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Väter suchen den Austausch mit anderen Vätern

Die offene, von zwei Fachpersonen moderierte Gesprächsgruppe für Väter ermöglicht es, an den Erfahrungen anderer Papas teilzuhaben und sich in der neuen Rolle besser zurechtzufinden.

Seit diesem Frühling bietet die Arche Für Familien zwei neue offene Gesprächsgruppen an: Eine für Väter und eine für junge Mütter. Mitte April fand die erste Diskussion der Vätergruppe statt – für Männer mit Kindern jeden Alters. Den Zweck dieser Gruppe erklärt Psychologe und Moderator Ivan Ruiz Gallego mit dem Wunsch, einen Raum für Väter zu schaffen, wo sie gemeinsam über ihre Rolle in der Familie sprechen und von den Erfahrungen anderer profitieren können.

Am ersten Abend hätten zwei Väter teilgenommen, zum zweiten Gespräch seien sieben Interessierte gekommen, auf den dritten Anlass ist der Fachmann gespannt. «Das Angebot passt in die Tradition der Arche Für Familien, die bereits Väterarbeit leistet. Gruppenarbeit ist zusätzlich oder alternativ zu einer Beratung im Einzelsetting eine wirksame Interventionsform, davon sollen unsere Klienten profitieren können.»

Darüber sprechen die Väter
Die Themen, die die Teilnehmer beschäftigen sind vielseitig: die Vereinbarkeit von Familie und Beruf, Aufgabenteilung oder Stellenprozente. Aber es gebe auch Fragen zur Rolle als Vater in den ersten Wochen oder Monaten nach der Geburt eines Babys – vor allem, wie es gelinge, eine Bindung zum Säugling aufzubauen. Ivan Ruiz Gallego erzählt von einem Vater, der zuerst Schwierigkeiten hatte, eine Beziehung zu seiner Tochter aufzubauen. «Er war stark verunsichert.» Diesem Vater habe es sehr geholfen, darüber mit anderen Vätern zu sprechen. Auch die veränderte Paarbeziehung sei etwas, über das gesprochen werde oder das Gefühl, ausgeschlossen zu sein, weil da plötzlich zwei Menschen ganz nah beieinander seien. «In der Gruppe profitieren ‹Neuväter› von den Erfahrungen anderer, nicht unbedingt von uns Fachpersonen».

Väter mit älteren Kindern erzählten zum Beispiel, dass es später immer Phasen gebe, wo Babys gewisse Dinge nur mit dem Papa machen möchten – eine hilfreiche Information für jemanden, der aktuell an seiner Rolle und deren Wichtigkeit zweifelt.

Die erste und grösste Hürde ist die Teilnahme
«Der erste Schritt ist die Überwindung, überhaupt in die Gruppe zu kommen,» erklärt Psychologe Ruiz Gallego. Um die Eintrittsschwelle niedrig zu halten, habe man das Alter der Kinder nicht beschränkt. Ebenso habe man Abendtermine angeboten. Zudem gebe es keine Verpflichtung, weder monetär noch hinsichtlich einer regelmässigen Teilnahme.

Ruiz Gallego hat die bisherigen Gesprächsgruppen sehr lebendig erlebt. Während des Gesprächs lösen sich allfällige Blockaden manchmal wie von selbst. Der Moderator motiviert höchstens oder stellt eine Zwischenfrage.

«Die Rückmeldungen sind durchwegs positiv. Väter suchen den Kontakt zu anderen Vätern. Einige kennen andere Arche-Angebote und wollten den Schritt vom Einzelsetting in eine Gruppe machen. Manche finden sich in der neuen Situation nicht mehr zurecht, sie sind verunsichert. Oftmals fällt es Männern nicht leicht, über ihre Erfahrungen und Gefühle zu sprechen, sie bleiben isoliert. Hier sind solche Gesprächsrunden hilfreich.»

Vor diesem Hintergrund ist die Gesprächsgruppe der Arche Für Familien ein wichtiger Ort, der Väter unterstützt, aus der Isolation herauszukommen und in den Dialog mit anderen Papas in einen Dialog zu treten.

Parallel zur Vätergruppe findet eine Gruppe für Mütter statt.
Informationen und Termine: Gesprächsgruppe für Väter, Gesprächsgruppe für Mütter